____PAINTING____
watercolor
pastel
oil
acrylic
Was ist Malerei?
Im Lexikon steht: Kunst im weiteren Sinn ist die Anwendung angeborener oder erworbener
Fähigkeiten in hoch entwickelter, spezialisierter Form als "Können" oder
Kunstfertigkeit und das Resultat dieser Betätigung (Kunstwerk), sofern es
durchschnittliche Leistungen übersteigt; im engeren Sinn jedes schöpferisch-ästhetische
Gestalten und dessen jeweiliges Ergebnis auf den Gebieten der einzelnen Kunstarten und
-gattungen. Genauere Definitionen, besonders über das Wesen dieses ästhetischen
Schaffens, sind schwierig, da sie von der Beantwortung einer Reihe von Vorfragen
abhängen, die die Wurzeln des künstlerischen Tuns, die Definition des Schönen, die
Aufgabe der Kunst u. Ä. betreffen. Diese Vorfragen wurden in allen Epochen aufgrund der
Jeder weiß es. Aber die ersten Antworten sind so falsch wie die letzten. Gleich ob sie
spontan und daher anregend oder endgültig und damit leer sind. Malerei ist an sich Kunst.
Deshalb ist sie wie die Kunst Indikator unserer Vorurteile und Beschränkungen. Ihre
Grenzen sind die Grenzen der Welt (frei nach dem "tractatus logico pictus"). Nun
gut, aber was sind ihre Grenzen? Sie hat keine, sie ist eine Grenze - nicht einer
Tätigkeit, sondern der Begriffe. Sie hat keine Grenzen, weil es zum Wesen der Malerei
gehört, Konturen zu verwischen. Solche wären: Architektur, Musik, Zeichnung, Grafik,
Kochen, Fußball, vor allem Plastik bzw. Skulptur, Video, TV, Installationen, Performance,
Skifahren, Ökologie, Ackerbau, Medizin, Astronomie, Mode, Design, PC, ASVG, Straßenbau,
Lyrik, Keramik, Oper, Handwerk, Technik, eigentlich alles, was nicht Malerei ist. Da wir
nicht genau wissen wollen, was das bedeutet, reagiert das Denken osmotisch, das heißt,
bevor man damit beginnt, sich zu überlegen, was z.B. der Unterschied zwischen Malerei von
Bildern, Malerei ist der künstlerische Einsatz von Farben, etc.) eine qualitative
Kategorie zu werden droht: dann spricht man von "malerisch" als einer auch der
Architektur, der Plastik, ja der Musik, dem Denken, dem Karneval zukommenden Eigenschaften
des Pittoresken. Im Bazar, in der Wüste, im Urwald, in den Bergen erschließt sich einer
romantischen Sichtweise das Malerische in Analogie zu bestimmten Malweisen. Puristen
behaupten, man sähe in der Natur nur das, was man aus der Malerei gelernt habe. Darüber
lohnt es sich nachzudenken, weil die Weltanschauung je nach Temperament durch die Kunst,
die Theologie, die Naturwissenschaft usf. geprägt sein kann. Sie muß nicht durch die
Physik und Technik reguliert bleiben, man hat die Möglichkeiten zur Flucht. Auch in
diesem Sinn ist die Malerei eine Art Eskapismus, um der Klarheit der Gedanken und
Konzepte, der Metaphysik von Ideen und Pilgerschaft zu entgehen. Vom Versuch einer
Definition sind wir etwas abgekommen. Doch Malerei ist mehr (oder weniger) als das
Anbringen von Buntfarben mittels Pinsel oder Spachtel auf eine Fläche. Es können auch
Hände und Füße, Relief und Körper, der Raum selbst und "unbunte" Farben
sein. Malerei ist nicht nur im handwerklichen Sinn eine Tätigkeit, sondern eine Haltung,
die unmalerischen und Plastik ist, und da haben sich Theoretiker fleissig geqult, fllt
auf, da? aus dem Sammelbegriff (Malerei ist Herstellung Eigenschaften opponiert: der
präzisen Linie, der geschlossenen Form, den wohldefinierten Grenzen; Malerei eignet sich
nur für Charaktere, die gewillt sind, Normen zu sprengen. In diesem engen Sinn ist es
berechtigt, von einer "wilden Malerei" der achtziger Jahre zu fabulieren. Jeder
von den Kritikern und Historikern vorschnell postulierte Trend unterliegt in der
epigonalen Multiplikation einer entropischen Auszehrung. Wenn alle malen, werden nur die
Besten weitermalen können, ohne in der Inflation formaler Offenheit unterzugehen. Es ist
wie mit der Handschrift: sie mag noch so durch ihren eigenwilligen oder ordentlichen oder
auch künstlerischen Charakter bestechen, je mehr originäre Schriftgestaltungen zu
unterscheiden sind, desto eher wird man auf den Inhalt und die lkonographie der Gedanken
achten. Da vermutlich das meiste schon gedacht und überlegt ist, begannen sich Ende der
achtziger Jahre Strategien "abzuzeichnen". Die Malerei war nicht am Ende,
sondern das Malerische hat wieder eine neue Dimension erreicht, in der nicht Form und
Inhalt zu prüfen sind, sondern die Manipulation der Rezeptionsweisen. Das Malerische
schlägt immer wieder zurück und über die Stränge. Deswegen hat es auf Dauer jede
Definition ihrer Grenzen schwer. Malerei ist nicht zuletzt zielführend als eine
grenzensprengende Lebenshaltung von Menschen, die keine Linie zu haben scheinen, ohne
deshalb charakterlos zu sein.
Was sagen
Künstler?
Wassily Kandinsky
Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar".
Paul Klee
Kunst ist ein kompliziertes Phänomen".
Paul Césanne
Kunst ist eine Harmonie, die parallel zur Natur verläuft".
Daniel Spoerri
Kunst ist ein hartes Geschäft, und man geht drauf oder man schafft's".
Andre Breton
Die Kunst ist keine Unterwerfung, sie ist Eroberung".
Caspar David
Friedrich
Die Kunst mag ein Spiel sein, aber sie ist ein ernstes Spiel".
Max Ernst
Kunst hat mit Geschmack nichts zu tun. Kunst ist nicht da, daß man sie
"schmecke".
Denis Diderot
Was ist die Kunst so seltsam und sonderbar"!
In den letzten Jahren widme ich die
meiste Zeit der Malerei. In meinem kreativen Leben habe ich genug
realistisches" gemacht und dies war für mich ein Grundstein für den Sprung in
die unbekannten Abstraktwelten. Ein Ausflug in den Weltraum und doch mit beiden Füssen am
irdischen Boden.Vorallem figurative Motive sind für mich unerschöpfliches Thema. Ob es
mir gelingt, weiss ich nicht. Das muss der Betrachter beurteilen. Auf jeden Fall bin ich
mit dem Pinsel in der Hand viel freier als kommerzieller Grafiker und Illustrator.
Was ist Kunst?
Was ist die Selbstdarstellung des Bewusstseins des Künstlers. Und zwar trifft das
auf jede Kunstform zu, sogar auf jegliche menschliche Aktivität, aber es wird kaum je
offen ausgesprochen, weil es derart selbstverständlich ist. Jedoch kann insbesondere die
abstrakte Kunst nur unter audrücklicher Betonung dieses Sachverhaltes adäquat
interpretiert werden.
Was ist die Selbstdarstellung
des Bewusstseins?
Alles, was Menschen tun, kann als solche gesehen werden. Allerdings sind viele unserer
Aktivitäten von praktischen Zwängen bestimmt, deshalb sind die Äußerungen des
individuellen Bewusstseins meistens durch die Umstände des jeweils zu verfolgenden
Zweckes verhüllt. Das, was sich dieser Anforderungen am weitestgehenden befreien konnte,
ist von uns allen bekannt als Kunst.
Aber dient Kunst nicht der Wirkung im Bewusstsein des
Betrachters?
Gewiss verfolgen viele Künstler erstlinig diesen Zweck. Jedoch ist das eine sehr
publikumszentrierte Sichtweise. Sie lässt außer Acht, dass das Bewusstsein des
Künstlers die Quelle sämtlicher seiner Entscheidungen ist, auch jener, die
offensichtlich gänzlich auf den Effekt beim Publikum zugeschnitten sind. Darüberhinaus
ist stets der Künstler selbst sein allererstes Publikum. Also stellt sich die Frage, ob
sein Hauptaugenmerk in den Wirkungen am Bewusstsein liegt, welches sich im Ausdruck und
Betrachten von Kunst auf vielerlei Weise wendet, oder ob er zuerst an das Urteil beim
Konsumenten denkt.
Und wie interpretiert man die objektbezogene
Malerei?
Jene Künstler, die sich mit Gegenständen der Alltagswelt befassen, können auf zwei
Ebenen verstanden werden. Auf der einen sieht man die Bedeutung des Bildes, dessen Aussage
über die Gesellschaft, über die materielle Welt, oder über die Kunstgeschichte, etc.
Auf der anderen Ebene würde man sich ausschließlich auf das Bewusstsein des Künstlers
konzentrieren, sowie auf dasjenige der Betrachter, da in beiden sehr ähnliche Dinge
ablaufen, was die Wirkung des Werkes angeht.
Wie kann ein gegenständliches Bild
Bewusstsein zeigen?
Alles darin erzählt über den Künstler. Der Stil, die Komposition, die Farbwahl, jeder
Pinselstrich sagt etwas über dessen Innenleben. Darüberhinaus muss auch das Thema des
Bildes als etwas begriffen werden, was von einem menschlichen Individuum - bewusst oder
unbewusst - ausgewählt wurde. Diese verschiedenen Facetten hängen mit den einzelnen
Facetten des Bewusstseins zusammen, etwa das Statement mit dem Intellekt, die Farbigkeit
mit dem Gefühl, die Größe mit dem Geltungsbedürfnis... (kleiner scherz).
Warum ist es nicht genug, den Inhalt zu
analysieren?
Weil der Inhalt allein nicht existiert. Er ist nur eine begrifflich isolierte
Komponente eines Ganzen, unfähig zu eigenständigem Dasein. Auch ist er stets beeinflusst
von der Form, oft sogar schwerstens. Und in der abstrakten Malerei gibt es den Inhalt gar
nicht, sie besteht nur aus Form und Farbe.
Aber was, wenn einem inhaltliche Belange am
wichtigsten sind?
Man würde den zentralen Punkt schlichtweg
übersehen. Etwa wenn ein Kunstwerk eine Aussage über die Gesellschaft macht, kann man
diese Aussage in der Interpretation ausschlachten, aber was ist mit der Frage, warum
gerade dieser Künstler gerade jenes Thema wählte, und kein anderes? Ist das nicht auch
eine Aussage über die Gesellschaft, über das uralte Dilemma zwischen Ich und Anderen?
Wäre der Zugang zur Kunst nicht viel breiter, wenn wir berücksichtigen, dass Künstler
menschliche Individuen mit Bewusstsein sind, anstatt ihre Werke vorrangig in den Begriffen
von verwendeter Technik und gestellter Aussage zu beschreiben?
Und wie ist es mit der abstrakten Kunst?
Abstrakte Kunst zeigt den Ausdruck des Bewusstseins des Künstlers, ohne dass er dabei
das Erstellen von identifizierbaren Referenzen auf die Objekte der dinglichen Welt im Auge
behalten muss. Das bedeutet, dass sich die abstrakte Kunst auf die Essenz des Bewusstseins
konzentrieren kann, um dessen Strukturen in der Sprache der Malerei (oder der Skulptur,
Musik, etc.) zu zeigen.
Und was ist Kunst?
Kunst ist eine Aktivität, bei der ein Individuum materielle Objekte bearbeitet, bis
sein Bewusstsein mit dem Resultat zufrieden ist. Sie ist ein Feedback-Mechanismus, dessen
Ergebnis Dinge sind, welche als Selbstdarstellung des Bewusstsein eines Künstlers
interpretiert werden können. (Zu diesen Dingen gehören auch Körper im Tanz,
Luftschwingungen, und Sprache.)
Und was ist Avantgarde?
Avantgarde hat etwas mit einer Vorläuferfunktion zu tun.
Innerhalb des Feldes der Kunst gibt es gewisse Bewegungen, die dieser Definition genügen.
Für die Menschheit im allgemeinen gibt es gewisse Felder, welche die Evolution unseres
Bewusstseins vorantreiben. Damit gelangen wir zur Behauptung, dass Kunst eine Avantgarde
der Menschheit ist.